Transalp Lehrgang Notarzt Bergrettung/Bergwacht
Der Bergwacht Notarzt spielt im Team der Einsatzkräfte eine wesentliche Rolle. Er ist für die medizinische Versorgung des Notfallpatienten teils unter schwierigsten Bedingungen verantwortlich.
Ausgebildete Notärzte durchlaufen bei der Bergwacht Bayern eine umfassende Basisausbildung Bergsteigen und Grundausbildung Bergrettung. Im Anschluss nehmen sie an schwierigen und aufwändigen Bergrettungseinsätzen teil.
Um die erforderliche Notarztkompetenz in der Bergrettung dauerhaft sicherzustellen, wurde eine kompakte Ausbildungsreihe konzipiert, die länderübergreifend als sogenannter Transalp Notarzt Bergrettung/Bergwacht in Kooperation mit der AVS-Bergrettung Südtirol und dem Österreichischen Bergrettungsdienst durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit absolvierten vom 5.02.10 bis 7.02.10 ingesamt neun Ärzte aus Südtirol, Österreich und Bayern in Pfelders/Südtirol das Modul Alpine Notfallmedizin. Themenschwerpunkte waren:
- Hypothermie, Triage und Versorgung beim Lawineneinsatz
- Versorgung beim Luftrettungseinsatz im alpinen Gelände
- Versorgung beim bodengebundenen Einsatz im alpinen Gelände
- Traumatologische und Internistische Notfälle im Gebirge
- Hänge- und Rotationstrauma
- Schmerzbekämpfung (Analgesie) im Bergrettungseinsatz
Um der Veranstaltung den nötigen Praxisbezug zu geben, wurden neben den Vorträgen, die u.a. von Prof. H. Brugger (Institut für alpine Notfallmedizin), Dr. F. Demetz (Landesarzt der AVS- Bergrettung Südtirol) und Dr. H. Forster (Landesarzt der Bergwacht Bayern) gehalten wurden, auch Einsatzszenarien im alpinen Gelände in die Praxis umgesetzt. Dabei konnte ein Rettungshubschrauber der Landesflugrettung Südtirol in die Übungen mit eingebunden werden. Raphael Kostner von der Aiut Alpin Dolomites führte ein Sicherheitseinweisung durch und informierte über die medizinische und rettungstechnische Ausrüstung des Rettungshubschraubers Typ Eurocopter EC 135.
Im Verlauf der Veranstaltung wurde immer wieder deutlich, wie sehr der Erfahrungsaustausch zwischen den mitwirkenden Organisationen dazu beiträgt, länderübergreifend eine Ausbildung nach gleichen Standards durchführen zu können. Auch das positive Feedback der Teilnehmer zeigt, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde, die medizinische Versorgung und fachgerechte Rettung des Notfallpatienten im alpinen Gelände zu optimieren.
Einen großen Beitrag für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung leistete die Bergrettung Pfelders, die mit viel Personal- und Materialaufwand zu einem Gelingen des Lehrgangs beitrug.
Der in der Reihe anschließende Lehrgang „NA Bergrettung/Bergwacht Winter“ findet vom 03.03.10 bis 6.03.10 auf der Rudolfshütte in Österreich statt. Themenschwerpunkte sind unter anderem:
- Risikomanagement im Varianten- und Lawineneinsatz
- Verbindliche Standards bei Lawinengefahr
- Suchmethodenhierarchie
- Umgang mit dem Akja
- LVS- Suche bei Einfach- und Mehrfachverschüttung
- Recco- Suche
Für diesen Lehrgang gibt es noch freie Plätze. Anmeldung und Informationen zur Ausbildung des Bergwacht Notarztes unter Lehrgänge und Prüfungen.



